Viele Bahnkunden und natürlich auch Kunden von Bahnreisen Sutter sind immer wieder von Streiks der Lokführer betroffen. Züge fallen aus und die Reisepläne müssen kurzfristig geändert oder sogar abgesagt werden.
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Allein gegen alle – GDL kämpft ums Überleben
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist klein aber schlagkräftig. Dreiviertel der Lokführer in Deutschland sind bei ihr organisiert. Im Tarifkonflikt will die GDL bessere Arbeitsbedingungen für die Lokführer erstreiten. In diesem Kampf hat sie viele Gegner.
Auf den ersten Blick sind die Fronten klar: Die Deutsche Bahn und die sechs Privatbahnen wollen die Lokomotivführer ausbeuten. Dagegen wehrt sich die GDL. Sie fordert gleiches Gehalt und gleiche Arbeitsbedingungen für alle Lokführer, egal ob sie bei der Deutschen Bahn oder den Privatbahnen beschäftigt sind. Sie sieht sich als alleinige Vertreterin der Lokführer. Was die GDL jedoch nicht sagt, ist, dass sie in einer Konkurrenzsituation zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) steht. Diese Organisation vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 5.000 Lokführern bei einer Gesamtmitgliederzahl von 250.000. Für SWR-Wirtschaftsredakteurin Sina Rosenkranz ist die Sache klar: “Die GDL will sich durch diesen Arbeitskampf gegenüber der EVG profilieren. Außerdem will die Lokführergewerkschaft zeigen, dass sie für ihre Mitglieder mehr herausholen kann als die Konkurrenz.” Die EVG hat sich bereits im Januar mit den Bahnunternehmen auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. “Die Kunden können es allerdings nicht nachvollziehen, dass zwei Gewerkschaften gegeneinander arbeiten und die Bahnfahrer die Folgen ausbaden müssen”, sagt Sina Rosenkranz.
Wer hat Recht im Tarifkonflikt?

GDL
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wurde bereits 1867 als Hilfskasse für Lokführer gegründet. Sie hat 34.000 Mitglieder. Sie organisiert mindestens drei Viertel der 26.000 Lokführer in Deutschland. 80 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn haben ihre Mitgliedschaft bei der GDL. Die GDL nimmt für sich in Anspruch, die älteste Gewerkschaft in Deutschland zu sein und 1990 die erste freie Gewerkschaft in der DDR gegründet zu haben.
Die Deutsche Bahn sieht sich “in Geiselhaft genommen”, wie Konzernchef Rüdiger Grube wiederholt beklagt hat. Das Unternehmen habe die Forderungen der GDL erfüllt – trotzdem weigere sich die Lokführergewerkschaft an den Verhandlungstisch zurückzukehren, so die Deutsche Bahn. Die GDL hat sich ihr Verhandlungsrecht als kleine Gewerkschaft hart erkämpft und sieht den Konflikt ganz anders: Die Deutsche Bahn habe kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. In einzelnen Entgeltgruppen liege dieses Angebot unter dem, was die Bahn bislang zahle. Außerdem sei eine Laufzeit des Tarifvertrages von 29 Monaten viel zu lang, so die Argumente der GDL. SWR-Wirtschaftsredakteurin Sina Rosenkranz sieht die Konfliktlinien so: “Die GDL kann nur Stärke zeigen, wenn sie auch die Deutsche Bahn bestreikt. Die sechs Privatbahnen sind nur im Regionalverkehr tätig. Würden die Lokführer nur S-Bahnen und Regionalbahnen durch ihren Arbeitskampf lahmlegen, wären die Auswirkungen deutlich geringer.”
Die Bahnreisenden müssen den Konflikt ausbaden
“Wir können auch länger.” Mit diesem Statement hat GDL-Chef Claus Weselsky die Marschrichtung im Tarifkonflikt vorgegeben. Nach Meinung von SWR-Wirtschaftsredakteurin Sina Rosenkranz sind die Fronten zwischen den Bahnunternehmen und der Lokführergewerkschaft verhärtet. “Alles sieht deshalb nach einer längeren Streikphase aus.” Allerdings bestehe die Gefahr, dass den Bahnreisenden der Geduldsfaden reißt und die noch vorhandene Solidarität mit den Lokführern verloren geht. Die Stimmung könnte umkippen, wenn die GDL bei weiteren Streiks erst kurzfristig über Arbeitskampfmaßnahmen informiert: “Wenn die Streiks im Personenverkehr nur zwölf Stunden im voraus angekündigt werden, ist das ein relativ kurzer Zeitraum. Für Berufspendler ist es schwierig, sich abends noch um eine Alternative zu kümmern. Das hat viele stark verärgert.”
Andreas Böhnisch, Sina Rosenkranz www.tagesschau.de

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