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Blog - Was uns bei Bahnreisen Sutter bewegt

Was uns wichtig erscheint Ihnen/Euch mitzuteilen, das schreiben wir in unseren Blog. Das können Hinweise zu Eisenbahnen sein als auch Infos über unsere Firma. Es sollte sich lohnen, ab und zu einen Blick hierein zu werfen. Wir berichten über neue Projekte, über besondere Entwicklungen bei den unterschiedlichsten Eisenbahnen oder schreiben einfach, wie es uns zurzeit geht. 

 

Unser Bahnjahr 2022

Ruhig begann das Jahr 2022. Reisen war wieder mal nicht erlaubt und wir mussten die geplanten Bahnreisen für Winter und Frühjahr erst einmal storneren. Das war ja seit Anfang 2020 leider schon Routine für uns und unsere Kunden. Aber dann ging es Ende April wieder los. Wir durften sogar gleich nach Österreich reisen. Dort ging es ins nicht nur von mir geliebte Waldviertel. In Doppeltraktion dampften die Züge der Waldviertler Schmalspurbahn über ihr umfangreiches Netz. Ein Schmuckstück war bei unserer Sonderfahrt der Dampfzug der Lokalbahn Zwettl mit wunderschön renovierten Wagen und der kräftigen Dampflok 92.2271.

Eine erste Märklin und LGB Clubreise führte im Mai nach Ostsachsen und wieder einmal durften wir erleben, was Menschen bewegen können, wenn ihre Leidenschaft sich nicht erst einmal von Bürokratie und/oder zu engen Finanzen aufhalten lassen. Egal ob die Waldbahn Muskau, die wieder aufgebaut wurde, die Schmalspurbahnen in Zittau mit ihrem einzigartigen Lok und Wagenpark oder die Eisenbahnfreunde aus Löbau mit der prächtigen Dampflok 52 8141-5: Alle wuchsen über sich hinaus, um historisches Bahnen zu erhalten und Bahnstrecken und Fahrzeuge aufzubauen oder zu erhalten, die es normalerweise schon lange nicht mehr geben würde.

2 x wegen Corona-Einschränkungen storniert, nun durften wir unsere große Skandinavien Bahnrundreise endlich durchführen. Normal führen wir alle zwei Jahre diese große Bahnrunde über Norwegen in den Norden und durch das schwedische Inland wieder in den Süden durch. Auch hier gibt es Eisenbahnfreunde, die historische Züge am Leben erhalten. Und dies in der großartigen Natur des "wilden Nordens". 

Alle unsere Bahnreisen aufzuzählen führt jetzt zu weit, doch es gab ein paar große Highlights 2022. Eine weitere Märklin Clubreise zeigte drei legendäre Triebzüge der Schweiz. Mittlerweile ist der Clubfilm erschienen und alle Märklin Clubmitglieder können diese schönen Tage nochmals erleben.  Eine heiße Fahrt (bei über 30 Grad) führte über historische Viadukte mit dem Roten Doppelpfeil Churchill und im legendären TEE Gottardo umringten wir das Seenland. Ein großer Zug für unsere rund 40 Clubmitglieder. Jeder konnte die Fahrt von seinem Fensterplatz aus genießen. 

Bei einer anderen Bahnrundreise zog eine der größten noch betriebsfähigen Dampfloks Europas, die Mikado 141.R.1244 unseren Sonderzug durch die Bodenseeregion. Es war einmal mehr ein Beweis, wie aus einer fixen Idee von ein paar Eisenbahnfans diese Dampflok zu retten eine der schönsten Dampflokomotiven erhalten werden konnte. 

175 Jahre Schweizer Bahnen: Für unsere eigene spezielle Jubiläumsreise konnten wir die SBB Cargo Re 420 251 (ex Re 4/4 II 11251) vor einen Sonderzug bekommen, die normalerweise nur Güterzüge zieht. Das spezielle Design wurde von der Firma Märklin gestaltet und es entsatnd eine sehr schöne Lok. Bei herrlichem Wetter ging es in den Schweizer Jura hinauf, wo wir Modellbahn im Großen spielen konnten mit einigen Foto- und Filmmöglichkeiten. Die Fahrt endete in Graubünden, wo der Guiness Weltrekord der Rhätischen Bahn mit dem längsten Reisezug der Welt auf dem Programm stand. Es wurde ein eindrucksvolles Erlebnis, wo bei bestem Herbstwetter der knapp 2 km lange Zug zwischen Preda und Bergün auf der Alublabahn an uns vorbeirollte. 

Ein Jahr, welches in Sachen Bahnreisen zögerlich anfing, konnte am Ende vielen Menschen eindrucksvolle Bahnerlebnisse schenken. Es ist für mich immer wieder bewegend, wenn man sieht, was aufgrund von Nachdruck und Einsatzfreude an Industriedenkmälern erhalten werden kann. Und mit welcher Freude und Begeisterung Menschen sich nicht von bürokratischen Hürden und finanziellen Risiken aufhalten lassen, um unser aller Hobby rund um nostalgische Bahnen auch die nächsten Jahre und Jahrzehnte zu erhalten. Danke an alle Eisenbahnfreunde und Eisenbahnfreundinnen, die sich dafür einsetzen. Und ein großer Dank auch an alle unsere Kunden, die aufgrund ihrer Reiseteilnahme bei unseren Sonderfahrten dazu beitragen, diese Vereine zu unterstützen. 

Marokko Wüstenexpress

Am 05. November 2022 konnte Ich an einer Fahrt mit dem Oriental désert Express teilnehmen. Hier meine Eindrücke:

Mit dem train du désert von Oujda nach Bouarfa, ein unvergleichliches Erlebnis. Anfangs, am frühen Morgen, ziehen noch Häuser an den Zugfenstern vorbei. Doch später sieht man abgesehen von ein paar vereinzelten Häusern nicht viel Zivilisation in den 10 Stunden Zugfahrt. Man fährt durch die weite Wüste, kann schauen soweit das Auge reicht und sieht nichts weiter außer braunem Sand, kleine Sträucher und Steine. Ewige Leere. Man verspürt das Gefühl von Freiheit wenn man bei einem Zwischenhalt kurz aussteigst, draußen steht und der Ruhe lauscht. Nichts und niemand weit und breit, nur der Zug und seine Mitfahrer*innen. In dem alten Wagon der hinten drangehängt ist kann man die Fenster aufmachen und den Kopf rausstrecken und die sandige Luft weht einem ins Gesicht und durch die Haare. Ein unbeschreibliches Gefühl. In den neuen Wagen sitzt man bequem auf den gepolsterten Plätzen, entweder am Tisch beim 4er Platz oder wenn man mehr für sich sein will auf den 2er Plätzen. Am Mittag wird einem das frisch gekochte marokkanische Essen serviert, welches in der Küche des Zuges zubereitet wurde. 

Langsam neigt sich die Sonne dem Untergang und färbt alles in ein orangenes Licht, bis es schließlich dunkel wird und nichts mehr zu sehen ist außer das, was der Zug anstrahlt und der große, weite Sternenhimmel. Man erreicht Bouarfa im Dunkeln und dieser einzigartige Tag im Wüstenexpress neigt sich nun dem Ende. 

Isabelle Hönnige